Gamestar-Interview mit der USK

Gamestar hat ein, wie ich finde, sehr interessantes Interview mit dem Vorsitzenden der USK veröffentlicht. Hier mal einige Ausschnitte die ich am besten fand:

Welches Auswahlverfahren müssen Tester bei der USK durchlaufen?

Marek Brunner: Unsere Sichter werden gecastet. Es gibt eine Warteliste von 200 angehenden Testern, wir greifen uns die besten heraus. Neue Tester setzen wir zum Training erst einmal nur an bereits geprüfte Titel. Danach folgen Titel ohne Altersbeschränkung. Erst später lassen wir den Neuen auf die höheren Ratings los. Weibliche Sichter gibt es übrigens keine, die Männer waren bisher immer besser.

Die USK-Tester arbeiten mit einem schlauen Büchlein, das sich geheimnisvoll »Sichterbibel« nennt. Was steht da drin?

Marek Brunner: In der Sichterbibel stehen die Testgrundregeln für alle Genres. Was muss also wie durchgespielt, wer muss virtuell überfahren, erschossen oder geschlagen werden, welche Parteien sind wie zu spielen. Es ist praktisch ein »Worst Case«-Szenario mit allen bisher bekannten Wegen und Umwegen durch alle Genres. Alle Neuerungen, wie das In-Brand-setzen von Rot-Kreuz-Zelten in militärischen Strategiespielen, Regeln zum Online-Glücksspiel oder auch verbotene Symbole und erlaubte Abweichungen sind enthalten. Das Heft soll die Sichter zur Sorgfalt mahnen, gleichzeitig aber auch zu den fiesesten Aktionen inspirieren. Kann man Pixelleichen stapeln, um durch das Fenster den Zielraum zu erreichen? Solche Fragen müssen sich die Sichter jeden Tag stellen.

Wer sich die USK-Statistik von 1999 bis 2008 anschaut, der sieht: Immer mehr Titel werden »ab 18« einstuft. Beugen Sie sich politischem Druck?

Marek Brunner: An den Prüfkriterien hat sich nichts signifikant geändert. Auch die Spiele sind nicht zunehmend brutaler geworden. Die Spielkonzepte sind seit Jahren sehr ähnlich, lediglich die Darstellung und die Umsetzung haben sich weiterentwickelt. Was sich verändert, ist das Angebotssortiment. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich beispielsweise auf der PC-Plattform der Anteil von 18er-Titeln statistisch erhöht hat, weil weniger in den unteren Altersregionen produziert wird. Hier haben sich viele Entwickler aus dem Segment der Kindersoftware auf den Nintendo DS spezialisiert und damit die Plattform gewechselt. Aber die USK-Statistik ist kein Marktabbild, sondern ein USK-Prüfungsabbild und darf auch nur als solches verstanden werden.

Wie entwickeln sich die Zahlen bislang 2009?

Marek Brunner: Der Casual-Trend bleibt auf hohem Niveau. Titel ohne Altersbeschränkung und ab sechs Jahren machen zwei Drittel des gesamten Prüfaufkommens aus. Erneut sehen wir einen fünfprozentigen 18-plus-Bereich, die 16er-Sparte wird schwächer und schwächer.

Mit welchen Tücken des Alltags hat denn ein USK-Tester noch zu kämpfen?

Marek Brunner: Wir werden oft als Betatetester missbraucht. Engländer schicken die Anleitung, der Japaner das Spiel, die Packung kommt aus Schweden und die Cheats aus Thailand. Und der deutsche Vertrieb fragt, ob alles schön angekommen ist. Die meisten Probleme bereiten Menschen und Technik, in dieser Reihenfolge. Sätze wie »Bei uns lief’s aber!« helfen uns bei 50 Spielen pro Tag nicht mehr weiter. Und natürlich schmeißen Pressetermine, Entwicklergespräche und Interviewanfragen [Herr Brunner zwinkert uns zu] alles um …

Hier gehts zum ganzen Interview

Posted on 27. Juli 2009, in Games and tagged , , . Bookmark the permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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