Review: Assassins Creed 2
Ubisoft musste mit diesem Titel beweisen, das man es auch schafft über vier Stunden hinaus zu Unterhalten, denn beim ersten Teil war es mit dem Spaß nach kurzer Zeit bereits vorbei. Es gab nicht wirklich viel Freiheiten: Aussichtspunkt erkunden, Bürger gegen Wachen verteidigen, Herolde belauschen, Kuriere töten, Attentatziel ermorden – und das neun mal. Ist es in Assassins Creed 2 besser geworden? Ich meine ganz klar: Ja! Bevor ihr jedoch mein ausführliches Review lest, solltet ihr euch, wenn ihr möchtet, die Meinung von NooBTooB zum Spiel anhören: Klick
Story
Ihr seid Ezio Auditore di Firenze, ein italienischer Adliger Weiberheld, welcher in der italienischen Renaissance, also im 15 Jahrhundert, lebt. Noch verachtet ihr alles was nicht genug Geld und keinen Familiennamen hat, doch das wird sich bald ändern, sehr bald. In den ersten Spielminuten ist alles in Ordnung, ihr erledigt Botengänger, verprügelt den Freund euerer Schwester, vögelt eure angebtene, lernt Leonardo DaVinci, einen Freund der Familie kennen und macht Wettrennen gegen euren großen Bruder.
Doch dann kommt alles anders und eine große Verschwörung tut sich auf. Euer Vater sowie eure Brüder werden von den Wachen festgenommen. Als ihr wieder nach Hause kommt erfahrt ihr das von eurer Schwester und eurer Mutter, die ihr schliesslich zu einer Puffmutter bringt, da sie sich anbietet die beiden zu beschützen. Ihr geht schliesslich zum Gefängnis eurer Familie um mit eurem Vater zu sprechen, dieser gibt euch entlastente Papiere mit die ihr einem Freund der Familie, und gleizeitig Richter von Florenz, bringen sollt.
Leider hat sich dieser auch gegen euch verschworen und will am Tag der Hinrichtung nichts davon erfahren. Ihr tut alles um eure Familie zu retten, doch ihr seid einfach zu unerfahren und müsst schliesslich von der Wache fliehen. Nun helfen euch die Leute die ihr so verabscheut habt, Huren, Diebe, Söldner etc. Ihr erkennt das dies eure waren Freunde sind, denen ihr vertrauen könnt. Schliesslich bilden euch eure neuen Freunde in Sachen untertauchen, klettern und Kampfgeschick aus, nur irgendwie seid ihr immernoch von eurer Wut geblendet.
Also tötet ihr den Richter von Florenz kurzerhand und flüchtet anschliessend mit dem Rest euer Familie aus Florenz zur Villa eures Onkels. Dieser lehrt euch Disziplin und bringt euch ausserdem bei, das es falsch ist tote Menschen zu verspotten. Eure ersten Opfer verspottet ihr nach ihrem tot noch auf italienisch, doch nach der Unterweisung eures Onkels entschuldigt ihr euch sogar bei euren Opfern dafür, das es soweit kommen musste – echt cool gemacht!
Mit der Zeit entdeckt ihr mehr und mehr Gegner die hinter der Verschwörung stecken und somit braut sich eine große Gruppe von Verschwörern an, die es mit Hilfe eurer neuen Freunde zu beseitigen gilt.
Ihr werdet nurnoch selten als Desmond Miles spielen. Das kann man gut oder schlecht finden, ich finds gut, so wird man nicht aus dem Spielgeschehen alle paar Stunden rausgeworfen, wie es im ersten Teil war, andererseits kommt so auch nicht das Vergangenheitsfeeling rüber. Die Passagen die man als Desmond Miles spielt sind allerdings sehr gut geworden, so spielt man auch kurz nochmal als Altair – mein Tipp ist übrigens das man in Assassins Creed 3 als Maria spielt, die man bereits aus dem ersten Teil kennt. Wenn ihr wissen wollt warum, dann spielt es halt selbst, ich will euch die Überraschung nicht verderben.
Grafik
Die Architektur ist diesmal im Gegenteil zum Vorgänger sehr Abwechslungsreich, keine viereckigen Sandhäuser mehr, im Gegenteil, wenn ihr mal in Florenz, Rom oder Venedig wart, werdet ihr viele Orte wiedererkennen. Die Architektur ist echt extrem Detailgetreu und wenn ihr an sehr bekannten Palästen oder Türmen vorbeikommt, könnt ihr auch dessen Geschichte per Klick auf Select-Knopf aufrufen, das gilt übrigens auch für berühmte Persönlichkeiten, die es damals tatsächlich gab.
Die Grafik von Assassins Creed 2 ist wirklich gut, aber ich werde das Gefühl nicht los, das Assassins Creed 1 besser aussah. Ich denke mal das diese aufgrund der größeren Spielwelt und den wirklich realistisch abwechslungsreich aussehenden Menschenmengen etwas leiden musste und es daher etwas schwammigere Texturen gibt. Das heißt jetzt aber nicht das AC2 kein Next-Gen Titel ist, es sieht wirklich immernoch richtig gut aus, lediglich die Toskana, ein Zwischengebiet, indem man circa 2-3 Stunden verbringt, wenn man alle Sidequests und Federn sammeln möchte etc., sieht nach grünem Texturbrei aus.
Sauer macht mich die Gerüchteküche die es jedesmal um die PS3-Version eines Multiplattformtitels gibt. Jedesmal heißt es “olol xd auf ps3 gibts keine texturen, weitsicht is fürn arsch und alles ruckelt voll1111einself!” UND WAHR DAVON IST NICHTS! Hört nicht auf die Sonyhater, ich mag Sony auch nicht wirklich, aber wenn sie was können, dann Technik bauen. Das selbe nun übrigens wieder bei Bayonetta “wäääh bei der PS3-Version erkennt man garnichts und alles ist verwaschen” ich hab halt selbst die Demo gespielt und kann euch das ganze Gegenteil davon beweisen… versteh nicht was das immer soll – zahlt Microsoft für die Gerüchte? Eigentlich haben sie das ja nicht nötig und eigentlich geht es hier um die Wertung zum Spiel Assassins Creed 2, also machen wir damit weiter =)
Sound
Die deutsche Synchro ist gelungen, es sind Sprecher wie der von Joker aus The Dark Knight dabei, der Leonardo Da Vinci spricht, englische ist aber wie immer besser, vorallem, weil hier deftig auf italienisch geflucht wird, auf deutsch ist fast alles übersetzt, lediglich “Requiescat in pace”, also Ruhe in Frieden, sagt er jedesmal nach einem wichtigen Kill. Auch so Jokes wie der, wenn sich euer Onkel vorstellt versteht man so nicht, weil er Übersetzt wurde. Euer Onkel stellt sich vor und sagt: “Its a me, Mario!”… auf englisch lacht man bzw. lächelt man wenigstens, auf deutsch: “Ich bin es, dein Onkel Mario!”, hört sich das nur nach einer Vorstellung an.
Während eines Attentates spricht Ezio mit hallendem Echo sozusagen, das hört sich auch nochmal extrem cool an und verleiht dem ganzen eine ganz besondere Atmosphäre.
Gameplay
Die wichtigste Frage ist ja: “Ist es immernoch so langweilig”. Die Antwort darauf ist: “Nein!”. Es hat sich sehr viel geändert, es gibt keinen 0815 gleichbleibenden Ablauf mehr. Es ist nun wie GTA, man hat die große Welt, welche in verschiedene Städte und Orte unterteilt ist, kann hier, wenn man möchte, Federn und Glyphenpuzzles sammeln, Schlägereinquests, Wettrennquests und Killquests annehmen, muss man aber alles nicht machen und selbst wenn man es macht hat man auch keinen Vorteil in der Mainquest so wie damals, man hat lediglich mehr Geld und Spaß, wenn man es denn als Spaß empfindet.
Überall sind Läden verteilt. So gibt es einen Schneider, bei dem ihr eure Rüstung einfärben und größere Beutel kaufen könnt, einen Arzt bei dem ihr euch heilen, sowie Medizin und Gifte kaufen könnt; einen Schmied, der eure Rüstung repariert, sowie Waffen und Rüstung verkauft und… nein, das wars. Aber das reicht ja auch locker =)
Rüstung und Waffen haben verschiedene Werte. So bekommt ihr bei neuer Rüstung mehr Gesundheit und Wiederstand, Waffen hingegen unterscheiden sich in Schaden, Tempo und Verteidigung. Geld kostet das alles viel. Wenn ihr aber am Anfang alles Geld solange aufspart bis ihr in der Villa angekommen seid, und dann alles in die dortigen Häuser investiert, seid ihr schnell ein reicher Mann.
Die Mainquests unterscheiden sich sehr, wenn man drüber nachdenkt fällt einem schon auf das man manchmal das gleiche tut, aber es ist immer so gut in Szene gesetzt das man es garnicht merkt und eigentlich immer Spaß hat. So muss man zum Bespiel einem Gespräch lauschen und dabei dem Ziel hinterherlaufen, aber so das ihr nicht zu nah kommt und auch nicht zu weit entfernt seid, auch werden euch die Wachen schnell rumschubsen, da sie merken was ihr da treibt, also ist es immer gut sich in Menschenmengen zu verstecken oder Huren anzuheuern, die immer um euch rumlaufen, auch könnt ihr Diebe und Söldner dafür bezahlen, die Wachen abzulenken. Schliesslich gibt es noch Mainquests, in denen ihr ein ganzes Attentat vorbereitet. Quasi erst die Bogenschützen ausschalten, damit sie eure Freunde ersetzen können und es somit nicht auffällt das sie fehlen, anschliessend Diebe anheuern um die restlichen Wachen abzulenken. Weiter geht es mit dem erklimmen des Gebäudes, da es sich ja bekanntlich auf den Dächern als Assassine leichter macht! Nun noch die restlichen Wachen rund herum leise ausschalten, nach unten springen, die Wachen mit einer Rauchgranate ablenken um schliesslich ungestört an euer Ziel heranzukommen und – BING! Geschafft! =)
Die Kletterpassagen sind nun übrigens nicht mehr nur A Knopf gedrückt halten, diesmal müsst ihr wirklich die Richtung angeben wo ihr hinwollt, das ist ja auch schonmal ein Fortschritt. Wirklich anders machen kann mans auch nicht, aber leider ist es etwas schwammig, denn wenn mal eine Sekunde zu spät abspringt, verliert Ezio das Gleichgewicht und taumelt erstmal 10 Sekunden rum bis man ihn wieder steuern kann, das ist das einzig nervige am Spiel…
In Venedig angekommen hatte ich dann so langsam immer weniger lust auf das Spiel, ich mach nur noch die Story, das ständige rumgequeste nervt mit der Zeit, aber das muss man auch wie gesagt alles nicht machen, wenn man nicht möchte.
Der Combat ist übrigens immernoch der selbe, man hat nun mehr Möglichkeiten, aber man erwischt sich ständig dabei einfach nur Konter zu spammen, wie schon im ersten Teil, weils einfach am schnellsten geht. Jede Waffenart hat übrigens seinen eigenen Finishing Move.
Umfang
Das Spiel beginnt in Florenz, schliesslich kommt ihr in zwei Zwischengebiete namens Toskana und Romagna und enden tut es dann in Venedig. Ich hätt mir Stadt der dummen langweiligen Zwischengebiete lieber eine dritte Stadt gewünscht, wie wär es denn mit Rom… Wie auch immer, wenn ihr eine der großen Städte Storymäßig abgeschlossen habt, gibt es einen neuen Umhang, mit dem ihr dann immer Anonymen Status in der jeweiligen Stadt habt und euch somit alles erlauben könnt – Balancing und Assassinenfeeling ist dann quasi futsch.
Es gibt übrigens auch Möglichkeiten eine Extrarüstung freizuschalten, diese bekommt ihr, wenn ihr in den sechs Assassinengräbern wart und dort das jeweilige Relikt nach einigen schwierigeren Sprungpassagen einsammelt. Die neue Onlineplattform uplay bietet euch die Möglichkeit durch bereits errungene Achievements weitere Ingameitems freizuschalten. Assassins Creed 2 ist das erste Spiel was dieses Feature von Ubisoft supportet, so bekommt man beispielsweise ein Extradungeon, ein Wurfmesserupgrade oder den Altairskin.
Wenn ihr alle Sidequests macht, wirklich alles einsammeln wollt und echt jeden Zwischenort erkundet, seid ihr mit 35 Stunden Spielzeit gut dabei für die 44 Euro, die das Spiel nur kostet. Selbst wenn ihr nur Story macht habt ihr immernoch 20 Stunden zu tun, ihr seht, das Geld ist hier gut angelegt.
Wertung
Grafik: 2
Sound: 1 (auf Englisch, 2 auf deutsch)
Gameplay: 2
Umfang: 1
Endwertung: 1,5
Gefasel am Ende:Patrice und Jade haben bewiesen das sie es eben doch drauf haben. Ich werfe den beiden sogar vor, das der erste Teil mit Absicht so eingeschränkt spielbar war. Wie auch immer, für circa 45 Euro bekommt man hier ein Spiel mit wahnsinnig großem Umfang, großartiger Spieltiefe und genialer Story. Jeder der auch nur irgendwas mit Stealth/Actiongames am Hut hat, muss einfach zuschlagen!
Posted on 29. November 2009, in Allgemein and tagged Assassins Creed 2, Assassins Creed 2 Review, Assassins Creed II, Review. Bookmark the permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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