Review: Alter Ego

Alter Ego ist ein Point & Click Adventure vom Macher der Black Mirror Spiele, die sehr erfolgreich wurden. Alter Ego soll nun an diesem Erfolg anknüpfen und ob es das schafft erfahrt ihr im Review.

Grafik

Alter Ego sieht grafisch sehr altbacken aus. Die Texturen sind teilweise sehr schwammig und vorallem die Farbarmut ist defintiv kein Pluspunkt. Das Spiel wird von den Farben Grau, Braun, Pissgelb, Kotzbraun und Schwarz beherrscht. Blaue Uniformen der Polizisten sind quasi die Abwechslung nach der sich die Augen sehen, nur gibt es davon viel zu wenig. Die Gesichter hingegen sehen ganz gut aus. Was garnicht geht sind die Animationen. Die Charaktere wedeln immer mit ihren Händen, wenn sie reden und das tun sie immernoch, wenn sie schon längst aufgehört haben zu reden. Auch dauert es eine halbe Ewigkeit bis der Charakter mal das Item rausholt, was man zuvor angeklickt hat, weil der Animationsübergang einfach viel zu lange dauert. Ein weiterer Minuspunkt sind die Objekte. Wie zum Teufel soll ich einen brauen Splitter in einem braunen Mast finden? Das ist doch kein Hidden Object Spiel… Auch das Inventar ist oft im Weg, denn sobald man mit der Maus an den unteren Bildschirmrand kommt, taucht das Inventar auf, was es oft unmöglich macht, Objekte in der unteren Bildschirmhälfte anzuklicken.

Sound

Die englische Sprachausgabe ist mit britischen Akzenten versehen, die das ganze sehr gut klingen lassen. Auch die deutsche Version ist gut snychronisiert, das Spiel kommt immerhin aus Deutschland. Dennoch gefällt es mir in englisch besser, einfach weil es authentischer klingt. Die Musik ist sehr gut getimed, oft taucht gruselige Musik zu besondern kritischen Momenten im Spiel auf, wie zum Beispiel, wenn man als Räuber entdeckt wird. Effekte wie Regen und Gewitter klingen sehr realistisch und, wenn man in hallenden Orten, wie zum Beispiel einer Kirche steht, hört man auch den Hall während die Charaktere untereinander Gespräche führen.

Gameplay

Point & Click Adventure typisch spielt man seinen Charakter, klickt Objekte an, sammelt Objekte ein und löst somit Rätsel. Es gibt aber zwei wichtige Punkte die Alter Ego von anderen Spielen unterscheiden. So spielt man hier zwei Charaktere immer abwechselnd: Timothy, einen Dieb der auf von der Polizei gesucht wird und seinen Freund in Plymouth besuchen möchte um mit ihm gemeinsam nach Amerika zu fliehen und Detective Briscol, einen arroganten Detektiv, welcher nach Plymouth reist um dort einen Mord auf einem Friedhof genauer zu untersuchen. Der zweite Punkt mit dem Alter Ego leicht von der Konkurrenz abhebt, ist der, das man immer weis was man zu tun hat. Die Charaktere sagen immer “hey ich sollte das machen und da hin gehen” und eigentlich gibt es auch keinen anderen Weg als genau das zu machen.
Auch gibt es nur sehr wenige Gegenstände und Personen an diversen Orten mit denen man Interargieren kann, also ist eigentlich immer klar, was gerade zu tun ist. Das kann ein Pluspunkt sein, wenn man nicht 30 Minuten mit jedem Rätsel verbringen möchte, kann aber auch ein Minuspunkt sein, wenn man eben auf diese Rätselei steht. Auch muss nur selten etwas kombiniert werden und das ist dann auch eigentlich immer sofort klar. So gibt es zum Beispiel einen Schuhabdruck auf dem Friedhof und zufällig hat Briscol Wasser und Gips in seiner Tasche… Alter Ego ist also eher etwas für Anfänger des Genres.

Umfang

Nach 6-7 Stunden, sollte man den Abspann gesehen haben, was für heutige Verhältnisse ja doch noch im Durchschnitt liegt. Auf der Verpackung werden 80 verschiedene Orte angegeben, ich habe es durchgespielt und bin auf 25 gekommen, selbst wenn man noch die einzelnen Räume mitzählt. Man kehrt oft zu alt bekannten Schauplätzen zurück anstatt man immer wieder neue entdeckt, vielleicht hat die Entwickler diese Tatsache auch einfach übersehen.

Wertung

Grafik: 4
Sound: 2
Gameplay: 3
Umfang: 3

Endwertung: 3,00

Gefasel am Ende: Ich hatte trotz der mageren Präsentation viel Spaß mit dem Spiel. Es hat viele Schwächen (kaum Story, Farbarmut, lange Animationen etc.) und man spielt es trotzdem weiter, einfach weil man wissen will wie es ausgeht. Nur erfährt man dann, das man es eigentlich auch hätte sein lassen können, weil das Ende extrem enttäuschend ist. Es ist glaube ich sogar das schlechteste Ende, was ich je in einem Spiel gesehen habe. Finger weg von diesem Spiel!

Posted on 11. August 2010, in Allgemein and tagged , , , , . Bookmark the permalink. 1 Kommentar.

  1. Hört sich ja nicht gerade berauschend an. Werde irgendwann mal spielen, wenn sonst nicht mehr anliegt. Schade, dabei fand ich die beiden vorherigen Future Games Spile Black Mirror und NIBRU sehr stark.

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